See How Paper Is Still Being Made by Hand Today | Short Film Showcase
Papier hat eine Oberfläche, hatten Griffen, Klang, Härte, eine Farbe, eine Reflexion, Geräusch und Papier ist ein Speichermedium, das die Jahrtausende überdauert, ohne dass ich es alle paar Jahre neu speichern muss.
Ich bin Papiermacher, das heißt, ich schöpfe Papier von Hand. Zu meinen Kunden gehören Restauratoren, Künstler, Drucker, Buchbinder, Designer, Architekten, Fotografen und das natürlich weiter.
Ich wollte selbstständig was machen, und ich wollte den ganzen Prozess beeinflussen können, nicht nur Rädchen im Getriebe sein, sondern der Motor von allem.
Rohstoffe zum Papiermachen sind klassisch Haderlumpen, Flachs, Hanf, Baumwolle, Co. Sogar mit Sumatra als japanische Fasern.
Ich kann alt Papiere, Seiten wie zum Beispiel Landkarten, Geldscheine, Noten, dann kann ich Zusatzstoffe zugeben, Calciumcarbonat und die Alterungsbeständigkeit zu haben, leitungs mittel neutral für die Beschreibbarkeit, Pigmente, um die Papiere 1 zu werden, und so weiter und so fort.
Ich sage immer, Papier hat den Charakter, und das merkt man an einem Produkt, ob da noch was mitschwingt. Ausweisdokumenten, in Urteilen, in Gerichtspapieren, Papier kann über Leben und Tod entscheiden.
Papier wird zum Träger von Emotionen; denke ich an einen Liebesbrief.
Das Papiermachen ist was ganzheitliches, sowie jedes Handwerk, und schön ist, wenn das Ganze dann in Fluss kommt. Dann verliert man sich da drin und kann einen Bogen nach dem anderen schöpfen.
Setzt natürlich voraus, der Rohstoff, die Rezeptur, die Schöpfung, alles stimmt, alles passt, und dann ist das toll.
Der Papiermacher als Handwerksberuf ist in 50er Jahren gestrichen worden aus der Handwerksrolle, weil es de facto niemanden mehr gibt, der das macht.
Das haptisch ziemlich emotionale Papier, das wir auch im Alltag brauchen, das wird einen Aufschwung erleben, weil das Gespür und der Wunsch nach eben diesen Qualitäten wieder wachsen wird und nachgefragt wird.